Kindesunterhalt

Düsseldorfer Tabelle

Fast jeder hat schon davon gehört, dass es eine Tabelle zur Höhe des Kindesunterhalts gibt, nämlich die "Düsseldorfer Tabelle". Die Werte sind relativ leicht zu finden, indem Sie, z. B. diirekt beim OLG Düsseldorf die aktuelle Version laden. Wie aber geht man mit den Werten um?
Falsch wäre es, das Nettoeinkommen vom Gehaltszettel zu nehmen und aus der Tabelle einen Wert abzulesen. Die Düsseldorfer Tabelle spricht vom "Nettoeinkommen des Barunterhaltspflichtigen". Das kann mehr, aber auch wesentlich weniger sein als das, was der Gehaltszettel ausweist. Steuererstattungen, Mieteinkünfte, Zinserträge, Firmen-PKW und ähnliches können das Nettoeinkommen erhöhen. Darlehensverpflichtungen, erhöhte Mietkosten, Altersvorsorge etc. können es erheblich mindern. Es ist deshalb zu empfehlen, eine genaue Unterhaltsberechnung unter Berücksichtigung aller Posten durchführen zu lassen. Erst dann kann genau gesagt werden, welcher Unterhalt überhaupt zu zahlen ist. Übrigens: Im Zusammenhang mit der Unterhaltsreform spricht der Gesetzgeber von einem so genannten Mindestunterhalt. Das ist eigentlich ein wenig mißverständlich, denn es gibt Situationen, in denen kein Unterhalt zu zahlen ist, weil sonst dem Unterhaltspflichtigen selbst nicht genug zum Leben bleiben würde.